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Drogenkonsum Diese Heilpflanzen können bei der HIV-Infektion oder der HAART problematisch sein »

HanfWie wirken Heilpflanzen, Vitamine, Mineralien? Wie kann man sie bei Erkrankungen einsetzen? Bei der HIV-Infektion, bei Virushepatitis, bei anderen Erkrankungen? Welche Nebenwirkungen, welche Wechselwirkungen sind bekannt? Welche Pflanzen sollte man meiden?



süssholz |
Süssholz (Glycyrrhiza glabra)

Die Wurzel ("Lakritzwurzel") enthält neben Saponinen und Flavonoiden u. a. das süßlich schmeckende Glycyrrhizin, das überschüssige Magensäure bindet, den Hustenreiz mindert und schleimlösend und auswurffördernd sowie entzündungshemmend wirkt; weitere Inhaltsstoffe der Wurzel wirken antimikrobiell.

Anwendung Süßholzwurzel hilft zum einen bei Magen-Darm-Störungen z. B. bei Magenübersäuerung; beschleunigt u. a. das Abheilen von Magengeschwüren, auch wenn diese durch Medikamente verursacht werden, zum anderen auch bei Husten sowie bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum.

Zur innerlichen Anwendung kann man 3-mal täglich eine Tasse frisch zubereiteten Tee nach den Mahlzeiten trinken (1 TL = 3 g in 150 ml kochendes Wasser geben, 5 Minuten kochen, nach dem Abkühlen abgießen) oder Kautabletten einnehmen; die Tagesdosis liegt bei 5-15 g entsprechend 200-800 mg Glycyrrhizin.
Hinweis: Handelsübliche Lakritz enthält zwischen 30 und 500 mg Glycyrrhizinsäure pro 100 g, ab 200 mg/100 g spricht man von »Starklakritze«; hierfür muss eine Höchstverzehrmenge angegeben werden.

Gegenüber Medikamenten zur Säureblockade bei Magengeschwüren haben Lakritzepräparate den Vorteil, dass nur überschüssige Salzsäure im Magen abgefangen wird und die Säure bei Bedarf wieder zur Verfügung steht.

Vorsicht! Bei längerer Anwendung kann es zu Wassereinlagerung und Kaliumverlust mit Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und Muskelschwäche kommen.

Vor der Einnahme von Starklakritze wird generell gewarnt: Nebenwirkungen treten häufiger auf.

Nicht einnehmen bei Leberzirrhose, Lebererkrankungen mit Gallestau, Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Bluthochdruck, Herzschwäche), Zuckerkrankheit, schweren Nierenfunktionsstörungen, erniedrigtem Kaliumgehalt des Blutes sowie in der Schwangerschaft!


Nicht ohne ärztlichen Rat einnehmen bei gleichzeitiger Verwendung von blutdrucksenkenden Mitteln, Cortisonpräparaten, bestimmten Entwässerungs- und Abführmitteln und bei Herzmitteln auf Basis von Glykosiden - es kann zu Wechselwirkungen mit Verstärkung der Nebenwirkungen und Verminderung der Wirksamkeit kommen.
Vorsicht! Info+ Süßholzpräparate wirken dem sauren Magensaft entgegen und können die Resorption (Aufnahme) anderer Medikamente (z. B. des Protease-Inhibitors: Atazanavir) reduzieren, die für die Resorption ein saures Milieu benötigen. Niedrige Atazanavir-Spiegel steigern die Gefahr von Resistenzbildung.

Es gibt Hinweise, dass Süßholz die medikamentenabbauenden Leberenzyme hemmt. Spiegel der Medikamente wie z.B. der Protease-Inhibitoren und NNRTIs, die über eines dieser Enzyme abgebaut werden, können ansteigen. Nebenwirkungen könnten verstärkt auftreten. Bei Menschen ist diese Interaktion aber noch nicht beschrieben worden.

Literatur:
Budzinski JW, Foster BC, Vandenhoek S, et al. An in vitro evaluation of human cytochrome P450 3A4 inhibition by selected commercial herbal extracts and tinctures. Phytomedicine 2000;7(4):273-82.