Cannabis (Indischer Hanf) ist eine uralte Kulturpflanze
mit vielfältigen, auch medizinischen Anwendungen:
er enthält über 60 verschiedene Cannabinoide,
wobei der Hauptwirkstoff das für die bewusstseinsverändernde
(psychotrope) Wirkung verantwortliche Tetrahydrocannabinol
(THC) ist. Cannabis wirkt auch
muskelentspannend, entkrampfend, schmerzlindernd,
schlaffördernd und appetitanregend.
In Deutschland gilt THC (ähnlich wie »harte« Drogen, z.B. Heroin) als nicht
verkehrsfähiges Betäubungsmittel; seit Anfang 1998 kann es verschrieben werden. Allerdings erhalten nur sehr wenige Patienten Cannabis auf Rezept. Vor allem wird Cannabis bei Multipler Sklerose eingesetzt, da es gleichzeitig krampflösend und schmerzlindern wirkt.
Anwendung Eine Zulassung für Cannabis oder ein Cannabis-Präparat gibt es in Deutschland nicht. Legal angewendet werden kann Cannabis lediglich in Form von ausschließlich über Betäubungsmittelrezept erhältlichen THC-Präparaten, die importiert werden müssen und teuer sind.
Hanf und Hanfpräparate können die Blutplasmakonzentration von Protease-Inhibitoren und NNRTI geringfügig senken, doch ist eher unwahrscheinlich, dass sich das nachteilig auf die HIV-Therapie auswirkt. Bei Dauergebrauch allerdings sollten die Blutplasmaspiegel der HIV-Medikamente bestimmt werden.
Bei Einnahme von HIV-Medikamenten wird weniger THC benötigt, um den gleichen gewünschten Effekt (z. B. Appetitsteigerung) zu erreichen; die THC-Dosis sollte also gesenkt werden.
Literatur: