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Drogenkonsum Diese Heilpflanzen können bei der HIV-Infektion oder der HAART problematisch sein »

HanfWie wirken Heilpflanzen, Vitamine, Mineralien? Wie kann man sie bei Erkrankungen einsetzen? Bei der HIV-Infektion, bei Virushepatitis, bei anderen Erkrankungen? Welche Nebenwirkungen, welche Wechselwirkungen sind bekannt? Welche Pflanzen sollte man meiden?



Cannabis sativa |
Hanf (Cannabis)

Cannabis (Indischer Hanf) ist eine uralte Kulturpflanze mit vielfältigen, auch medizinischen Anwendungen: er enthält über 60 verschiedene Cannabinoide, wobei der Hauptwirkstoff das für die bewusstseinsverändernde (psychotrope) Wirkung verantwortliche Tetrahydrocannabinol (THC) ist. Cannabis wirkt auch muskelentspannend, entkrampfend, schmerzlindernd, schlaffördernd und appetitanregend.
In Deutschland gilt THC (ähnlich wie »harte« Drogen, z.B. Heroin) als nicht verkehrsfähiges Betäubungsmittel; seit Anfang 1998 kann es verschrieben werden. Allerdings erhalten nur sehr wenige Patienten Cannabis auf Rezept. Vor allem wird Cannabis bei Multipler Sklerose eingesetzt, da es gleichzeitig krampflösend und schmerzlindern wirkt.

Anwendung Eine Zulassung für Cannabis oder ein Cannabis-Präparat gibt es in Deutschland nicht. Legal angewendet werden kann Cannabis lediglich in Form von ausschließlich über Betäubungsmittelrezept erhältlichen THC-Präparaten, die importiert werden müssen und teuer sind.

Vorsicht! Cannabis kann zu roten Augen, einem trockenen Mund, Herzrasen und Bewegungsverlangsamung führen (man ist »stoned«, bewegungslos wie ein Stein), außerdem zur Einschränkung der Fahrtüchtigkeit, zu Desorientierung, Verwirrtheit, Gedächtnis- und Denkstörungen. Diese Nebenwirkungen schränken den Einsatz von Cannabis z.B. als reines Schmerzmittel oder als Präparat zur Appetitsteigerung ein.
Vorsicht! Info+

Hanf und Hanfpräparate können die Blutplasmakonzentration von Protease-Inhibitoren und NNRTI geringfügig senken, doch ist eher unwahrscheinlich, dass sich das nachteilig auf die HIV-Therapie auswirkt. Bei Dauergebrauch allerdings sollten die Blutplasmaspiegel der HIV-Medikamente bestimmt werden.

Bei Einnahme von HIV-Medikamenten wird weniger THC benötigt, um den gleichen gewünschten Effekt (z. B. Appetitsteigerung) zu erreichen; die THC-Dosis sollte also gesenkt werden.

Literatur:
Abrams TI, Hilton JF, Leiser RJ, et al.: Short-term effects of cannabinoids in patients with HIV-1 infection: a randomized, placebo-controlled clinical trial. Ann Intern Med. 2003;139(4):258-66.
Kosel BW, Aweeka FT, Benowitz NL et al.: The effects of cannabinoids on the pharmacokinetics of indinavir and nelfinavir. AIDS 2002; 16: 543-50. AIDS. 2002;16(4):543-50.

Andere Bezeichnungen:
Cannabis
Haschisch
Marihuana