Depressive Störungen können sich ganz unterschiedlich äußern. Im Vordergrund steht meist das Gefühl der tiefen Traurigkeit und Freudlosigkeit. Hinzu können Konzentrationsprobleme, verminderter Appetit sowie Ein- oder Durchschlafstörungen kommen.
Viele Betroffene sind schnell erschöpft und resigniert, andere von einer inneren Unruhe getrieben. Aufmunterungen von Freunden bewirken oft keine Besserung der Stimmung. Häufig werden Depressionen nicht diagnostiziert, vor allem wenn sich die Symptome vorwiegend
körperlich äußern (»larvierte« oder »somatisierte Depression«),
z. B. durch unklare Magen-Darm-Beschwerden, Rückenschmerzen, Herzrasen/Herzstolpern, Schwindelgefühle oder Atembeschwerden (»Engegefühl«).
Es empfiehlt sich, bei anhaltender Niedergeschlagenheit
und Hoffnungslosigkeit, die oft jeden Bezug zu einem verursachenden
Ereignis verloren hat, einen Facharzt für Psychiatrie oder Psychotherapie
aufzusuchen.
Als naturheilkundliches Präparat wird oft Johanniskraut gegen Depressionen eingenommen. Johanniskrautpräparate werden zur Behandlung der mittelschweren Depression auch von der Krankenkasse erstattet. Allerdings gibt es mit Johanniskraut und der antiretroviralen Therapie in den meisten Fällen ein gravierendes Problem: Der Wirkstoff Hypericin (in Johanniskrautpräparaten) setzt die Wirkspiegel von HIV-Medikamenten (Protease-Inhibitoren) herab und macht sie unwirksamer! Johanniskrautpräparate sollten daher -wenn man eine HAART einnimmt- nicht ohne Absprache mit dem HIV-Arzt eingenommen werden!
Menschen mit HIV erkranken häufiger an einer Depression
Das Kompetenznetz Depressionen bietet umfangreiche Informationen, einen online-Selbsttest zu Depressionen, eine Liste von Fachkliniken sowie Notfallnummern an.
Die AIDS-Hilfe Köln gibt in der Broschürenreihe HIV Med Info auch ein Heft speziell zu HIV und Depressionen heraus. Zu bestellen beim Versand der Deutschen AIDS-Hilfe oder per Download.