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Drogenkonsum Diese Heilpflanzen können bei der HIV-Infektion oder der HAART problematisch sein »

HanfWie wirken Heilpflanzen, Vitamine, Mineralien? Wie kann man sie bei Erkrankungen einsetzen? Bei der HIV-Infektion, bei Virushepatitis, bei anderen Erkrankungen? Welche Nebenwirkungen, welche Wechselwirkungen sind bekannt? Welche Pflanzen sollte man meiden?



Vitamin A (Retinol)

Funktion:
Vitamin A trägt zur Regeneration von Haut und Schleimhäuten bei, spielt eine entscheidende Rolle beim Sehvermögen, ist wichtig für die Infektabwehr (Wachstum und Funktion von B- und T-Zellen), die Zelldifferenzierung, das Wachstum und die Fortpflanzung.

Vorkommen: Es kommt hauptsächlich in der Leber und Butter, Eier, Milch, Milchprodukten, Aal, Thunfisch und Hering vor. Der tägliche Bedarf liegt bei etwa 1 mg und kann z. B. durch den Verzehr von 250-300 g Käse, 100 g Aal oder 200 g Thunfisch abgedeckt werden.

Vorstufe von Vitamin A: Die Vitamin A-Vorstufe ß-Karotin, die bei Bedarf im Darm zu Vitamin A umgewandelt wird, spielt eine wichtige Rolle als Antioxidans und kann das Risiko senken, an bestimmten Krebsarten zu erkranken (das scheint für ß-Karotin-Zusätze in Lebensmitteln allerdings nicht zu gelten).
Das BgVV (Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin) fordert bei Rauchern und Herz-Kreislaufpatienten eine Höchstmenge von 2mg/Tag. Umfangreiche Studien konnten keine gesundheitsförderlichen Wirkungen von isoliertem ß-Carotin belegen. Bei starken Rauchern wurde sogar ein Anstieg der Lungenkrebsrate festgestellt, bei Herz-Kreislaufpatienten ein Anstieg der Todesfälle. (BgVV-Pressedienst 05/2001). Seit Januar 2004 warnt das BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) vor hohen Dosierungen. Ab 1. Mai 2006 müssen ?-Carotin-haltige Arzneimittel daher einen Warhinweis -v.a. für Raucher- einhalten.

Es ist reichlich in gelbroten Früchten und Gemüsen (Aprikosen, Pfirsiche, Mangos, Beerenfrüchte, Möhren, Tomaten), in Blättern grüner Gemüse (Spinat, Grünkohl, Feldsalat) und im Vollkorn (Mais, Weizen) enthalten. Der tägliche Bedarf von 2-4 mg lässt sich (falls man ihn nicht schon mit Vitamin A-haltigen Lebensmitteln abgedeckt hat) z. B. durch 100-200 g Feld- oder oder Kopfsalat oder durch 50-100 g Möhren oder rote Paprika decken.

Tipp: Da ß-Karotin fettlöslich ist, also nur aufgenommen werden kann, wenn die Nahrung Fett enthält, Salate immer mit etwas Öl anmachen, einem frischen Karottensaft einen Schuss Olivenöl beifügen, Gemüse mit etwas Butter oder Öl dünsten usw.; aus rohem Gemüse wird ß-Karotin praktisch nicht aufgenommen.

Symptome und Ursache für einen Mangel an Vitamin A:·

Vorsicht! Vorsicht Raucher
    Ab Mai 2006 muss (Verordnung des BfArM) in den Beipackzetteln von Arzneimitteln, die Beta-Carotin als Wirkstoff enthalten und für die die empfohlene tägliche maximale Einnahme 20 mg Beta-Carotin überschreitet, ist im Abschnitt "Gegenanzeigen" eingefügt sein, dass das Arzneimittel von starken Rauchern (20 oder mehr Zigaretten/Tag) nicht eingenommen werden darf. In klinischen Studien war das Risiko für das Auftreten von Lungenkrebserkrankungen bei Rauchern erhöht, wenn zusätzlich zur normalen Ernährung täglich 20 mg Beta- Carotin über einen längeren Zeitraum (bis 24 Monate) eingenommen wurden.

    Für Arzneimittel, für die die empfohlene tägliche maximale Einnahme zwischen 2 und 20 mg Beta-Carotin liegt, muss im Beipackzettel gewarnt werden, dass das Arzneimittel von starken Rauchern (20 oder mehr Zigaretten/Tag) nicht über einen längeren Zeitraum regelmäßig eingenommen werden darf.

    Vorsicht Überdosierung

    Warnhinweise:
  • Toxische Anzeichen sind z.B. Kopfschmerzen, Schleier vor den Augen, Schwindel, Erbrechen, Durchfall, trockene Haut/Lippen oder Haarausfall.
  • Große Mengen an Vitamin A führen zu ungewollten Schwangerschaftsabbrüchen oder Fehlbildungen des Kindes, daher sollten Schwangere auf Vitamin A-Präparate verzichten.
  • Außerdem sollte der Verzehr von Leber vermieden werden, weil sie viel Vitamin A enthält und mit Schwermetallen, Tiermedikamenten, Giftstoffen und Hormonen angereichert ist.
  • Vitamin A verbessert die Aufnahme fettlöslicher Substanzen (z. B. Medikamente/Drogen) im Körper; bei hohen Vitamin A-Dosierungen kann es deshalb zu unvermuteten Nebenwirkungen kommen.
Vorsicht! Info+ Vitamin A verbessert die Aufnahme fettlöslicher Substanzen (z. B. Medikamente/Drogen) im Körper; bei hohen Vitamin A-Dosierungen kann es deshalb zu unvermuteten Nebenwirkungen der HIV-Medikamente kommen.

Durch übermäßig hohe Vitamin A-Dosierungen werden die Nebenwirkungen des Protease-Inhibitors Crixivan® auf Haut, Haare und Nägel (trockene Haut, trockener Mund, trockene Augenschleimhäute, Einwachsen der Zehennägel und Nagelbett-Entzündungen, selten Haarausfall) verstärkt.
Info+ Studien zur Supplementierung von Vitamin A bei HIV/AIDS:
  • Ob die Vitamin A Supplementierung einen therapeutischen Nutzen auf die HIV-Infektion ausübt ist bisher völlig unklar. ( In einem Übersichtsartikel fielen 6 von 15 Studie durch, weil Vitamin A/ß-Karotin im Vergleich zu Placebo keinen Nutzen aufweisen konnten. )

  • Auch die Vitamin A Ergänzung bei Kindern ist nicht eindeutig. In Südafrika konnten Durchfälle unter Vitamin A Gabe reduziert werden, in Sambia wirkte sich der Effekt weniger stark aus. Eine sehr frühe Studie belegte den Nutzen von ß-Karotin bezüglich der Mortalität von Kindern in der 3. Welt (aber diese Ergebnisse sind nicht auf Industrieländer übertragbar).
  • Nicht durch die alleinige Gabe von Vitamin A, sondern durch ein Multivitaminpräparat konnte sowohl bei schwangeren Frauen (höhere CD4-Zahlen, höheres Gewicht und eine geringere Kindersterblichkeit) als auch bei fortgeschrittenen HIV-infizierten Thailändern (geringere Sterblichkeit) ein Nutzen festgestellt werden.

    Literatur:
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    Tang AM et al: Micronutrients: current issues for HIV care providers. AIDS 2005, 19: 847-861

    Biesalski et al: Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe, Thieme Verlag. 2.Auflage,1999 .

    Deutsche Gesellschaft für Ernährung: D-A-CH Referenzwerte für Nährstoffe. Frankfurt/Main: Umschau-Braus-Verlag 2000.

    Miller TL, Gorbach SL: Nutritional Aspects of HIV Infection. Arnold Verlag. 1. Auflage 1999.
    Lechl P: Mikronährstoffe Wie wichtig einst und jetzt? Projekt Information Jahrgang 13, Nr.4, August 2005

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    The Alpha-Tocopherol Beta Carotene Cancer Prevention Study Group, The effect of vitamin E and beta carotene on the incidence of lung cancer and other cancers in male smokers. N Engl J Med. 1994 Apr 14;330(15):1029-35.

    Virtamo J, Pietinen P, Huttunen JK, Korhonen P, Malila N, Virtanen MJ, Albanes D, Taylor PR, Albert P; ATBC Study Group, Incidence of cancer and mortality following alpha-tocopherol and beta-carotene supplementation: a postintervention follow-up. JAMA 2003 Jul 23;290(4):476-85.

    Goodman GE, Thornquist MD, Balmes J, Cullen MR, Meyskens FL Jr, Omenn GS, Valanis B, Williams JH Jr., The Beta-Carotene and Retinol Efficacy Trial: incidence of lung cancer and cardiovascular disease mortality during 6-year follow-up after stopping beta-carotene and retinol supplements. J Natl Cancer Inst. 2004 Dec 1;96(23):1743-50.