Funktion:
Selen ist Bestandteil eines Enzymsystems (Glutathionperoxidase), das die Zelle vor Schädigung durch Sauerstoffwirkung schützt, wird für die Funktion des Immunsystems benötigt und bindet die Schwermetalle Blei, Kadmium, Quecksilber und Arsen.
Vorkommen:
Reich an Selen sind vor allem Nüsse (wichtig für Vegetarier!) und eiweißreiche Lebensmittel wie Fisch oder Fleisch.
Der Selengehalt in Gemüse und Obst hängt vom Selengehalt im Boden des Anbaugebiets ab; in Deutschland sind die Böden allgemein mit Selen unterversorgt. Ein ausgeprägter Mangel kommt aber nur sehr selten vor.
Symptome und Ursache von Mangel an Selen:
Der Selenbedarf kann sich bei Stress und Schadstoffbelastungen erhöhen; ein Selenmangel droht bei einseitiger Ernährung (arm an Getreideprodukten sowie Fisch oder Fleisch), bei übermäßigem Alkoholkonsum, schweren Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Krebs, HIV/Aids oder bei Dialysepatienten.
Ein ausgeprägter Selenmangel (langfristig unter 10 μg pro Tag) führt zu einer schweren Herzerkrankung, die unbehandelt tödlich verlaufen kann.
Anwendung Möglichst auf unverarbeitete oder wenig verarbeitete Lebensmittel zurückgreifen: Vollkornreis z. B. hat 15-mal mehr Selen als geschälter, Vollkornmehl 50-mal mehr Selen als Auszugsmehl.
Der tatsächliche Tagesbedarf ist nicht bekannt, die Empfehlungen reichen von etwa 30-70 µg bis zu 100-200 µg pro Tag.
Literatur:
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Coyne-Meyers K, Trombley LE. A review of nutrition in human immunodeficiency virus infection in the era of highly active antiretroviral therapy. Nutr Clin Pract. 2004 Aug;19(4):340-55.
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Gladyshev VN. Levels of major selenoproteins in T cells decrease during HIV infection and low molecular mass selenium compounds increase. Proc Natl Acad Sci U S A. 1999 Feb 2;96(3):835-9.