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Drogenkonsum Diese Heilpflanzen können bei der HIV-Infektion oder der HAART problematisch sein »

HanfWie wirken Heilpflanzen, Vitamine, Mineralien? Wie kann man sie bei Erkrankungen einsetzen? Bei der HIV-Infektion, bei Virushepatitis, bei anderen Erkrankungen? Welche Nebenwirkungen, welche Wechselwirkungen sind bekannt? Welche Pflanzen sollte man meiden?



Valeriana officinalis |
Baldrian (Valeriana officinalis)

Verwendet werden die getrockneten Wurzeln der Pflanze, die unter anderem ätherische Öle sowie vor allem Valerensäure und deren Derivate enthält. Baldrian wirkt beruhigend, dämpfend und krampflösend.

Anwendung Baldrian - als Tee, Tropfen, Dragees oder Kapseln - hilft gegen innere Unruhe, nervöse Einschlafstörungen, Herzklopfen und nervöse Herzbeschwerden sowie nervös bedingte Darm- und Magenprobleme.

Dosierung z.B. mehrmals täglich 1/2 bis 1 TL Tinktur, Baldriankapseln oder Tee (Einzeldosis etwa 2-3 g Droge; 1 TL = 3-5 g). Auch bei Migräne wird Baldrian zum Teil mit Erfolg eingesetzt (alle halbe Stunde 10 Tropfen in 1 EL Wasser). Von Baldrian ist kein Gewöhnungspotenzial bekannt, d. h. Baldrian verursacht im Gegensatz zu anderen (synthetischen) Beruhigungsmitteln keine Abhängigkeit. Häufig findet sich Baldrian in Kombinationsarzneimitteln, z. B. mit Hopfen, Melisse, Passionsblume oder Johanniskraut.

Bei Unruhe- und Angstzuständen kann man hochdosierte (nur in Apotheken erhältlich) Kombinationen aus Baldrian, Passionsblume und Hopfen einsetzen.

Vorsicht! Baldrian sollte mit Alkohol, Schlafmitteln wie z. B. Benzodiazepine und Me-dikamenten gegen Depressionen nicht eingenommen werden, da der sedative Effekt verstärkt werden kann [Literatur: 1].

Vorsicht! Info+ Kombinationspräparate, die neben Baldrian auch Johanniskraut enthalten, sind aufgrund der Wechselwirkung zwischen Protease-Inhibitoren bzw. NNRTIs und Johanniskraut in der HIV-Therapie kontraindiziert (siehe unter Johanniskraut)!

Hohe Baldrian Dosen von 1000 mg/Tag können evtl. die medikamentenabbauenden Enzyme hemmen und die Spiegel der HIV-Medikamente (Proteasehemmer und NNRTI) erhöhen. Die klinische Relevanz ist unklar. Sinnvoll ist es, bei der Kombination auf das Auftreten von Nebenwirkungen der HIV-Medikamente zu achten [Literatur: 2-4].

Andere Bezeichnungen:
Katzenkraut

Literatur:
1. Yuan CS, Mehendale S, Xiao Y, et al. The gamma-aminobutyric acidergic effects of valerian and valerenic acid on rat brainstem neuronal activity. Anesth Analg 2004;98:353-8.
2. Donovan JL, DeVane CL, Chavin KD, et al. Multiple night-time doses of valerian (Valeriana officinalis) had minimal effects on CYP3A4 activity and no effect on CYP2D6 activity in healthy volunteers. Drug Metab Dispos 2004;32:1333-6.
3. Gurley BJ, Gardner SF, Hubbard MA, et al. In vivo effects of goldenseal, kava kava, black cohosh, and valerian on human cytochrome P450 1A2, 2D6, 2E1, and 3A4/5 phenotypes. Clin Pharmacol Ther 2005;77:415-26.
4. Lefebvre T, Foster BC, Drouin CE, et al. In vitro activity of commercial valerian root extracts against human cytochrome P450 3A4. J Pharm Pharmaceut Sci 2004;7:265-73.