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Drogenkonsum Diese Heilpflanzen können bei der HIV-Infektion oder der HAART problematisch sein »

HanfWie wirken Heilpflanzen, Vitamine, Mineralien? Wie kann man sie bei Erkrankungen einsetzen? Bei der HIV-Infektion, bei Virushepatitis, bei anderen Erkrankungen? Welche Nebenwirkungen, welche Wechselwirkungen sind bekannt? Welche Pflanzen sollte man meiden?



Chelidonium majus |
Schöllkraut (Chelidonium majus)

Schöllkraut gehört zur Familie der Mohngewächse, die ganze Pflanze enthält eine gelblichweiße, ätzende Milch. Medizinisch verwendet wird das im Frühherbst gesammelte und getrocknete, brennend scharf schmeckende und widerlich riechende Kraut. Aufgrund der vielen darin enthaltenen Alkaloide wirkt es krampflösend und gallefördernd.

Anwendung Eingesetzt wird Schöllkraut bei krampfartigen Beschwerden im Bereich der Gallenwege und des Magen-Darm-Trakts, und zwar fast nur noch in Fertigpräparaten (häufig kombiniert mit Löwenzahn, Schafgarbe oder Wermut).

Vorsicht! Nicht ohne ärztlichen Rat bei akuten oder chronischen Lebererkrankungen (z.B. einer Virushepatitis) und/oder bei gleichzeitiger Anwendung leberschädigender Medikamente (z. B. Paracetamol) einsetzen.
Das BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) hält die tägliche Einnahme von mehr als 2,5mg Gesamtalkaloiden (aus dem Schöllkraut) aufgrund möglicher Schädigungen der Leber für nicht vertretbar und hat daher im April 2008 die Zulassung für Arzneimittel mit höherer Dosierung widerrufen. Für Arzneimittel, in denen Schöllkraut niedriger dosiert enthalten ist, fordert das BfArM Änderungen der Produktinformationen, d.h. ausführlichere Warnungen im Beipackzettel. Zu den Schöllkraut-Informationen des BfArM
Vorsicht! Info+ Bei Dauergebrauch (über 4 Wochen) müssen aufgrund möglicher Schädigungen der Leber die "Leberwerte" (Transaminasen" kontrolliert werden.

Diese Leberschädigung kann durch potentiell hepatotoxische Arzneimittel wie z.B. antiretrovirale Medikamente oder andere Arzneimittel und Alkohol verstärkt werden. Menschen mit HIV oder chronischer Virushepatitis sind aufgrund der vorbestehenden Leberbelastung besonders gefährdet und sollten besser keine Schöllkraut-Präparate einnehmen.
Info+ Schöllkraut wird in der Naturheilkunde bei Beschwerden im oberen Bauchraum eingesetzt. Wenn es sich dabei um eine Lebererkrankung handelt oder die Leber mit betroffen ist, dann wirkt sich die leberschädigende Wirkung der Inhaltsstoffe des Schöllkraut fatal aus.

Andere Bezeichnungen:
Drudenmilch
Gilbkraut
Schwalbenkraut
Warzenkraut

Literatur:
Stickel F, Poschl G, Seitz HK, et al. Acute hepatitis induced by Greater Celandine (Chelidonium majus). Scand J Gastroenterol 2003;38(5):565-8.
BfArM-Warnungen: Schöllkraut-haltige Arzneimittel zur inneren Anwendung