Suche:
erweiterte Suche

Drogenkonsum Diese Heilpflanzen können bei der HIV-Infektion oder der HAART problematisch sein »

HanfWie wirken Heilpflanzen, Vitamine, Mineralien? Wie kann man sie bei Erkrankungen einsetzen? Bei der HIV-Infektion, bei Virushepatitis, bei anderen Erkrankungen? Welche Nebenwirkungen, welche Wechselwirkungen sind bekannt? Welche Pflanzen sollte man meiden?



moenchspfeffer |
Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus)

Bei Mönchspfeffer handelt es sich um die getrockneten, aromatisch duftenden und scharf schmeckenden Früchte der im deutschen Sprachraum auch als Abrahamsstrauch oder Keuschlammfrucht bekannten Pflanze (von »keusch« und »Lamm«, weil man dem Mönchspfeffer lustdämpfende Wirkung zuschrieb), für deren Wirkung Glykoside, Flavonoide, fette Öle und ätherisches Öl verantwortlich gemacht werden. Es gibt Hinweise, dass die Früchte die Konzentration von Prolactin im Blut senken, eines Hormons, das verstärkt in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie einige Tage vor der Regelblutung gebildet wird und das am so genannten prämenstruellen Syndrom (PMS) beteiligt ist. Auch die getrockneten Blätter werden verwendet; sie enthalten zusätzlich Stoffe, die den Sexualhormonen ähnlich sind, sowie etwas ätherisches Öl.

Anwendung Zur Behandlung werden alkoholisch-wässrige Auszüge aus den Früchten eingesetzt, die Tagesdosis sollte 30-40 mg Früchten entsprechen. Anwendungsgebiete sind unregelmäßige Monatsblutungen, Beschwerden vor Eintritt der Regelblutung (PMS) sowie Spannungs- und Schwellungsgefühl in den Brüsten (diese Wirkung ist am besten untersucht). Um eine Wirkung zu erzielen, muss man ein Mönchspfefferpräparat kontinuierlich über längere Zeit nehmen (also nicht nur bei Bedarf kurz vor der Regel); bei Therapieerfolg sollte man eine Therapiepause machen und prüfen, ob die Beschwerden noch eine Fortführung der Therapie erfordern.[1, 2]

Bevor Menstruationsunregelmäßigkeiten mit Mönchspfeffer behandelt werden, sollten die Ursachen untersucht werden.

Vorsicht! Nicht einnehmen bei hormonabhängigen Krankheiten wie Brust-, Gebärmutter- und Eierstockkrebs.

Mit Medikamenten, die wie Mönchspfefferfrüchte ebenfalls an Dopaminrezeptoren angreifen (z. B. Neuroleptika, Parkinsonmittel, Metoclopramid), können Wechselwirkungen auftreten; am besten den Arzt fragen.

Gelegentlich treten juckende Hautausschläge auf, dann sollte das Präparat abgesetzt werden.
Nicht in der Schwangerschaft und Stillzeit anwenden: durch die hormonartige Wirkung kann die Milchproduktion sinken.
Vorsicht! Info+ Werden gleichzeitig HIV-Medikamente eingenommen, die auch Hautausschläge verursachen können (z. B. Nevirapin/Viramune®), wird es mit der Ursachenforschung schwierig. Die Behandlung mit Mönchspfeffer sollte daher nicht gleichzeitig mit einem Therapiestart oder Therapiewechsel erfolgen, da sonst nicht mehr die Ursache der Hautausschläge ermittelt werden kann und möglicherweise ein Medikament unnötig abgesetzt wird.

Andere Bezeichnungen:
Abrahamsstrauch
Keuschlammfrüchte


Literatur:
1. Schellenberg R. Treatment for the premenstrual syndrome with agnus castus fruit extract: prospective, randomised, placebo controlled study. BMJ. 2001 Jan 20;322(7279):134-7.

2. Liu J, Burdette JE, Xu H, et al.: Evaluation of estrogenic activity of plant extracts for the potential treatment of menopausal symptoms. J Agric Food Chem 2001;49(5):2472-9.

3. Daniele C, Thompson Coon J, Pittler MH, et al. Ernst E: Vitex agnus castus: a sys-tematic review of adverse events. Drug Saf 2005(4);28:319-32.