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Drogenkonsum Diese Heilpflanzen können bei der HIV-Infektion oder der HAART problematisch sein »

HanfWie wirken Heilpflanzen, Vitamine, Mineralien? Wie kann man sie bei Erkrankungen einsetzen? Bei der HIV-Infektion, bei Virushepatitis, bei anderen Erkrankungen? Welche Nebenwirkungen, welche Wechselwirkungen sind bekannt? Welche Pflanzen sollte man meiden?



Hypericum perforatum |
Johanniskraut (Hypericum perforatum)

Die medizinische Verwendung von Johanniskraut (z. B. gegen Asthma, bei Menstruationsbeschwerden und in den Wechseljahren, als Öl äußerlich bei Verrenkungen und Geschwüren) hat eine sehr lange Tradition. Die Pflanze enthält neben Hypericin, ätherischem Öl, Flavonoiden und Gerbstoffen auch Hyperforin; die stimmungsaufhellende Wirkung (bei milden Depressionen vergleichbar mit der Wirkung von Antidepressiva, doch ohne deren typische Nebenwirkungen wie z. B. einen trockenen Mund und ohne das Suchtpotenzial von synthetischen Beruhigungsmitteln) ist auf die Mischung dieser verschiedenen, sich verstärkenden Inhaltsstoffe zurückzuführen. Darüber hinaus wirkt Johanniskraut entzündungshemmend.

Johanniskrautpräparate können bei Depressionen vom Arzt/der Ärztin auf Kosten der Krankenkasse verordnet werden.

Johanniskraut-Präparate zur Behandlung von mittelschweren Depressionen sind seit 1. April 2009 verschreibungspflichtig. Die meisten Johanniskraut-Präparate jedoch sind nur für leichte depressive Zustände und depressive Verstimmungszuständen zugelassen und fallen somit nicht unter die Verschreibungspflicht sondern bleiben lediglich apothekenpflichtig

Anwendung Johanniskraut wird heute vor allem gegen depressive Verstimmungen mit Antriebsschwäche, Angst oder nervöser Unruhe mit Schlafstörungen eingesetzt, z. B. in Form von Tabletten oder Kapseln (Tagesdosis für die innerliche Anwendung ist in der Regel 0,2-1 mg Hypericin) oder als Tee (regelmäßig morgens und abends 1-2 Tassen trinken; für 1 Tasse 2 TL Johanniskraut mit 150 ml kochendem Wasser aufgießen und nach 10 Minuten abgießen).

Da bei Teezubereitung aber möglicherweise nicht alle Wirkstoffe ausreichend enthalten sind, empfehlen sich wahrscheinlich eher Fertigarzneimittel aus dem Gesamtextrakt (3-mal täglich 300-425 mg).

Johannnisöl (auch: Rotöl, ein Auszug aus den frischen Blüten, vermischt mit Oliven- oder Sonnenblumenöl), gilt äußerlich angewendet als gutes Heilmittel gegen Muskelschmerzen, zur Narbenpflege, bei Wundliegen und Verbrennungen und wird innerlich bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt.

Johanniskraut muss nicht unbedingt regelmäßig eingenommen werden, sondern kann auch bei Bedarf eingesetzt werden, z. B. bei Einschlafstörungen.

Vorsicht! Depressionen sollten ärztlich diagnostiziert werden, um herauszufinden, ob vielleicht eine behandlungsbedürftige organische oder hormonelle Erkrankung zu Grunde liegt. Wenn man nämlich einfach »blind«eine Depressionstherapie startet, verdeckt man möglicherweise Symptome einer schweren Erkrankung und verschleppt eine erforderliche Therapie.

Da Johanniskraut die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöht, kann es - besonders bei heller Haut - in seltenen Fällen zu einer Überempfindlichkeit gegen starke Sonneneinstrahlung und Solariumlicht kommen, bei Überdosierung auch zu Hautentzündungen.
Vorsicht! Info+ Bei Einnahme von Johanniskraut werden andere Medikamente insbesondere Protease-Inhibitoren und NNRTI sowie Antidepressiva, Herzmittel, Mittel zur Blutverdünnung, Schlafmittel, Pilzmittel, Zytostatika und viele Arzneimittel mehr schneller abgebaut und sind damit weniger wirksam. Bei den HIV-Medikamenten sinken die Spiegel so stark, dass die Gefahr von Resistenzen steigt und damit die Gefahr eines Therapieversagens. Daher sollte man bei einer HAART sehr vorsichtig sein. Allgemein ist der Einsatz dieser HIV-Medikamente mit Johanniskraut contrainiziert! Wer aber dennoch nicht darauf verzichten möchte, sollte dies mit seinem HIV-Arzt absprechen. Gegebenenfalls kann mit einer Spiegelmessung der HIV-Medikamente im Blut entschieden werden, ob sich die Spiegel der HIV-Medikamente im therapeutisch wirksamen Bereich befinden.



Andere Bezeichnungen:
Walpurgiskraut

Literatur:
Markowitz JS, Donovan JL, DeVane Cl, et al. Effect of St John's Wort on drug metabolism by induction of cytochrome P450 3A4 enzyme. JAMA. 2003;290(11):1500-4.
Henderson L, Yue QY, Bergquist C, et al. St John's wort (Hypericum perforatum): drug interactions and clinical outcomes. Br J Clin Pharmacol. 2002;54(4):349-56
Piscitelli SC, Burstein AH, Chaitt D, et al. Indinavir concentrations and St John's wort. Lancet. 2000;355(9203):547-8
Hennessy M, Kelleher D, Spiers JP, et al. St Johns Wort increases expression of P-glycoprotein: implications for drug interactions. Br J Clin Pharmacol. 2002;53(1):75-82.