Schon seit der Antike schätzt man die Kamille, deren
Blüten neben ätherischem Öl unter anderem auch Flavonoide
und schützende Schleimstoffe enthalten. Sie wirken
entzündungshemmend, krampflösend, antibakteriell
durch Anreiz der Fresszellaktivität und heilend bei Zahnfleisch- und Schleimhautentzündungen, aber auch bei
Akne, Pickeln und offenen Wunden.
Anwendung Bei Krämpfen und Erkrankungen im Magen-Darm-Bereich (z. B. Magenentzündung mit Erbrechen) trinkt man 3- bis 4-mal täglich zwischen den Mahlzeiten je 1 Tasse frisch zubereiteten Tee (1 gehäuften EL = 3 g getrocknete Kamillenblüten mit 150 ml kochendem Wasser
übergießen, zugedeckt 5-10 Minuten ziehen lassen und
dann durch ein Sieb abgießen).
Das Ganze kann man morgens auch als »Rollkur« anwenden: 1 Tasse Tee trinken und dann je 10 Minuten auf dem Rücken, dann auf der linken Körperseite, auf dem Bauch und zuletzt auf der rechten Körperseite liegen bleiben, um alle Magenwände zu benetzen.
Einen Aufguss von 3-10 g Kamillenblüten auf 100 ml kochendes Wasser kann man bei Entzündungen der Mundschleimhaut und des Rachens einsetzen (mehrmals täglich mit Wasser spülen oder gurgeln),
aber auch bei Hautentzündungen (Umschläge).
Für Bäder und Spülungen bei entzündlichen Veränderungen im Anal- und Genitalbereich verwendet man 5 g Blüten
(oder 0,8 g Extrakt) auf 1 l Wasser als Badezusatz.
Mit der gleichen Menge kann man bei Erkältungen auch inhalieren.