Das in den Knoblauchzehen enthaltene schwefelhaltige, aber geruchlose Alliin kommt beim Zerkleinern der Zellen (z. B. in der Knoblauchpresse) mit Enzymen in Verbindung und wird u. a. zu Allicin umgewandelt, welches dann durch Oxidation zu Schwefelverbindungen mit dem charakteristischen Geruch abgebaut wird.
Knoblauch wirkt antibakteriell und antimykotisch = gegen Pilze (vorbeugend bei Neigung zu Mund-, Rachen- und Harnwegsinfekten), regt die Galleproduktion und somit die Verdauung an, wirkt antioxidativ und wird zur Cholesterinsenkung und damit zur Vorbeugung von Arteriosklerose eingesetzt. Außerdem verbessert Knoblauch die Fließeigenschaft des Blutes und soll auch vorbeugend gegen Erkältungskrankheiten wirken.
Anwendung
Zur Anwendung kommen standardisierte
Präparate, da das wirksame Alliin-Allinase-System nur
frisch bzw. schonend getrocknet wirksam ist. Die therapeutische
Tagesdosis sollte bei frischem Knoblauch bei
etwa 2-5 g liegen, bei Knoblauchpulver zwischen 0,4 und 1,2 g, bei Trockenextrakt zwischen 300 und 1.000 mg
oder entsprechend 4-12 mg Alliin oder 2-5 mg Allicin.
Literatur:
Piscitelli SC, Burstein AH, Welden N, et al.: The effect of garlic supplements on the pharmacokinetics of saquinavir. Clin Infect Dis. 2002 Aug 1;35(3):343
Markowitz JS, Devane CL, Chavin KD, et al.: Effects of garlic (Allium sativum L.) supplementation on cytochrome P450 2D6 and 3A4 activity in healthy volunteers. Clin Pharmacol Ther 2003;74(2):170-7.
An in vitro evaluation of human cytochrome P450 3A4 and P-glycoprotein inhibition by garlic. Foster BC, Foster MS, Vanderhoek S, et al. J Pharm Pharmaceut Sci, 2001, 4:176-184.
Brief des BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) vom Oktober/November 2006 an die Arzneimittelhersteller mit der Aufforderung, einen Warnhinweis zu Knoblauch in den Beipackzettel einzufügen.