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Drogenkonsum Diese Heilpflanzen können bei der HIV-Infektion oder der HAART problematisch sein »

HanfWie wirken Heilpflanzen, Vitamine, Mineralien? Wie kann man sie bei Erkrankungen einsetzen? Bei der HIV-Infektion, bei Virushepatitis, bei anderen Erkrankungen? Welche Nebenwirkungen, welche Wechselwirkungen sind bekannt? Welche Pflanzen sollte man meiden?



Wechselwirkungen

Was sind Wechselwirkungen?

Es gibt zwei Arten von Wechselwirkungen:
Pharmakodynamische Wechselwirkungen treten auf, wenn zwei Medikamente gleichzeitig eingenommen werden und diese beiden Medikamente sich in ihrer reinen Wirkung beeinflussen, d.h. entweder verstärken oder aufheben.

Beispiele: Auch Nebenwirkungen können durch zwei Arzneimittel verstärkt wirken.
Beispiel:


Beispiele:

2. Welche Wechselwirkungen treten in der HIV-Therapie auf?
In der HIV-Therapie verschreibt Ihnen der Arzt neben einer HIV-Medikamenten-Kombination weitere Medikamente. Sie kaufen in der Apotheke freiverkäufliche Arzneimittel oder Nahrungsergänzungsmittel wie Pflanzenextrakte, Vitamine und Mineralien. Außerdem konsumieren einige Patienten Life-Style Drugs und Drogen neben Ihrer HIV-Therapie.

Alle diese Arzneimittel müssen vom Körper über die Leber oder Niere abgebaut werden und können miteinander in Wechselwirkung treten.

In der HIV-Therapie treten Wechselwirkungen deshalb so häufig auf, weil der größte Teil der HIV-Medikamente über das Leberenzym CYP3A4 abgebaut wird und die HIV-Medikamente sich dort gegenseitig beeinflussen. Doch nicht nur die HIV-Medikamente werden über dieses Leberenzym abgebaut, sondern auch eine Vielzahl von anderen Medikamenten und pflanzlichen Präparaten. Außerdem können die HIV-Medikamente dieses Enzym hemmen oder induzieren, d.h. die Produktion dieses Enzyms verstärken.

A. Inhibitoren sind z.B. Protease-Hemmer. Sie hemmen das Leberenzym, sodass die anderen Arzneistoffe langsamer abgebaut werden können.


Medikamentenspiegel im Blut Wechselwirkungen
Nicht nur HIV-Medikamente können diese Eigenschaften besitzen. Johanniskraut ist z.B. ein pflanzliches Medikament, das in der Apotheke als pflanzliches Mittel gegen Depressionen verkauft wird. Dieses scheinbar so harmlose pflanzliche Präparat ist ebenfalls ein Induktor und hat die Eigenschaft, Spiegel anderer Medikamente zu senken. Es kann die Spiegel der Protease-Hemmer oder NNRTIs senken und somit eine gut laufende Therapie gefährden. Deshalb sollte man Johanniskraut nicht oder nur in Rücksprache mit dem Arzt einnehmen.


3. Welche Wechselwirkungen sind in der HIV-Therapie zu beachten?

HIV-Medikamente und pflanzlichen Präparate
Leider gibt es sehr wenig Daten zu Wechselwirkungen zwischen den HIV-Medikamenten und pflanzlichen Extrakten. Deshalb kann man bei manchen Pflanzenextrakten nur Vermutungen anstellen.
Bekannt ist bis jetzt, dass Johanniskraut, Knoblauch und Ginseng die Spiegel der NNRTIs und Protease Hemmer senken können. Zu Johanniskraut gibt es sehr harte Daten. Knoblauch wurde bisher in einer Studie mit Saquinavir getestet und zu Ginseng gibt es nur eine in vitro Untersuchung, d.h. eine Untersuchung aus dem Reagenzglas. Auch bei der täglichen Vitamin C Gabe von 1000 mg wird eine induzierende Wirkung vermutet. Aber auch hierzu gibt es noch keine festen Daten.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker über diese Präparate oder über mögliche Alternativen. Einige Patienten berichten z. B. zur Zeit über Ihre positiven Erfahrungen mit Fischölkaspeln als Alternative zu Johanniskraut.

Bei folgenden Produkten ist Vorsicht geboten:
Johanniskraut Kapseln, Knoblauch Kapseln, Ginseng Kapseln.