Vitamine - welche Dosierung bei HIV?
Diese Frage ist wissenschaftlich immer noch nicht geklärt. Die gültigen Tages-Dosierungsempfehlungen für Vitamine orientieren sich an Gesunden.
Die D-A-CH Referenzwerte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und Ihrer Partnergesellschaften aus Österreich und der Schweiz geben Dosierungsempfehlungen für gesunde Menschen an.
Allgemein gilt, dass Menschen mit chronischen Erkrankungen/Infektionen einen höheren Vitaminbedarf haben. Um wieviel höher dieser Bedarf allerdings ist, bleibt weitestgehend unklar.
Auch für Menschen mit HIV gibt es leider noch keine Dosierungsempfehlungen. Bieslaski et al in seinem Buch Vitamine, Spurenelemente und Mineralien die wenigen Studien, die es in diesem Bereich gibt, zusammengefasst. Die dort verwendeten Dosierungen wurden mit den Ergebnissen und den Tagesdosierungen der D-A-CH verglichen (siehe Vitamintabelle zum Download). Anders als in vielen in-vitro Studien (d.h. Studien aus dem Reagenzglas) wurde in diesen Studien der Einfluss von Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen auf den Menschen mit HIV untersucht. Diese Studien haben mehr Aussagekraft, weil die Ergebnisse am Menschen und nicht im Reagenzglas beobachtet wurden. Kein Patient würde Medikamente nehmen, die nur im Reagenzglas ( in-vitro) getestet wurden. Solche Untersuchungen sollte man sehr kritisch betrachten.
Aus diesen Ergebnissen kann man -grob orientierend- Folgendes entnehmen:
Die täglichen Vitamindosen, die sich positiv auf den Krankheitsverlauf von Menschen mit HIV auswirkten, lagen höher als die empfohlenen täglichen Vitamindosen für gesunde Erwachsene. Das sind bisher nur Studienergebnisse und keine endgültigen Richtlinien.
Eine verstärkte Zufuhr von wasserlöslichen Vitaminen ( B-Vitaminen und Vitamin C ) ist empfehlenswert . Die Vitamin C Dosis sollte deutlich niedriger als 1000mg /Tag sein, da es Hinweise auf mögliche Wechselwirkungen mit der HIV-Therapie gibt.
Bei Anzeichen von Mangelernährung oder Ernährungsstörungen, auf die Sie Ihr Arzt oder Apotheker hinweisen kann, ist evtl. eine zusätzliche niedrige Einnahme von Vitamin A und Selen sinnvoll.
Überdosierungen von Vitamin A, Zink und Selen sind unbedingt zu vermeiden, weil diese das Fortschreiten der Erkrankung fördern können. Vitamin A zeigt einen negativen Effekt bei sehr niedrigen oder sehr hohen Dosen. Die unbedenkliche Vitamin-A Tagesdosis liegt bei 10.000 IE (3mg). Zink Dosen von 15 mg und Selen von 200 ug sollten nicht überschritten werden.