Vitamin B1 (Thiamin)
Funktion:
Vitamin B1 ist wichtig für den Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel; es ermöglicht Reaktionen, die Kohlenhydrate verwerten - der Bedarf steigt also, wenn viel Energie benötigt wird, z. B. beim Leistungssport. Darüber hinaus ist es für die Funktion von Nervensystem und Herzmuskel von Bedeutung und verhindert den Aufbau giftiger Nebenprodukte beim Stoffwechsel, die Herz und Nervensystem schädigen würden. Da es wasserlöslich ist und im Körper nicht gespeichert werden kann, muss man es kontinuierlich zuführen.
Vorkommen:
Vitamin B1 kommt hauptsächlich in Hefe (Bierhefe oder medizinischer Hefe), Fisch, Hülsenfrüchten, Kartoffeln, Vollkornprodukten, Melasse, Weizenkeimen, ungeschältem Reis, Schweinefleisch (je magerer das Fleisch, desto weniger Schadstoffe enthält es übrigens) und Geflügel vor. Den Tagesbedarf von etwa 1-1,5 mg deckt man z. B. durch etwa 70 g Cornflakes, 100-150 g Nüsse oder Schweinefleisch, 200 g Vollkornreis (von poliertem Reis dagegen bräuchte man 1000 g!) oder 300 g Scholle.
Vitamin B1wird durch Hitze und Sauerstoff leicht zerstört; bereits bei üblicher Verarbeitung in der Küche kommt es zu Verlusten zwischen 20 und 40 %.
Info+ Mangel an Vitamin B1:
Alkoholkonsum, Rauchen, Stress, chronische Erkrankungen erhöhen den Bedarf an Vitamin B1.
Ein Mangel an Vitamin B1, z. B. durch anhaltend hohen Alkoholkonsum oder die Einnahme von Antibiotika oder Östrogenpräparaten, kann zu Nervenschädigungen, Konzentrationsstörungen, Müdigkeit und Reizbarkeit, Herzschwäche, Schwellungen der Beine und Appetitlosigkeit führen. Da auch manche HIV-Medikamente eine Polyneuropathie verursachen können, sollte (neben der Reduzierung des Alkoholkonsums, denn Alkohol schädigt die Nerven) auf eine ausreichende Zufuhr von Vitamin B1 geachtet werden.