Bei schweren Erkrankungen und bei hoher psychischer Belastung
treten die Wechseljahre manchmal deutlich früher ein, etwa bei Chemotherapien gegen Krebs. Auch bei Frauen mit HIV und Drogengebraucherinnen wird ein früherer Eintritt der Menopause beobachtet.
Die Hauptbeschwerden bei Wechseljahren sind Hitzewallungen, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, Osteopenie und Osteoporose, Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Scheidentrockenheit durch Rückbildung der Schleimhautdrüsen und verminderte Wassereinlagerung in das Gewebe.
Hitzewallungen: Hinsichtlich der am meisten beklagten Hitzewallungen (Frieren, aufsteigende Hitze, Schwitzen) empfiehlt es sich, verstärkende Faktoren wie Stress, Kaffee, schwarzen Tee, Alkohol und Zigaretten zu vermeiden und viel frisches, Vitamin-C-haltiges Gemüse zu essen.
Bewährt hat sich gegen Hitzewallungen auch die Hydrotherapie mit wechselwarmen und kalten Anwendungen (oder die Sauna): auf diese Weise wird die Fähigkeit der Blutgefäße trainiert, sich bei Kälte zusammenzuziehen und bei Wärmestau zu erweitern).
Schwitzen: Bei besonders starkem Schwitzen hat sich zusätzlich Salbei (innerlich) oder die Anwendung von Borretschöl an der Stirn und im Nacken bewährt (mindestens 2-mal täglich).
Bei Unregelmäßigen, schmerzhafte Blutungen kann man den Einsatz von Mönchspfeffer überlegen.
Scheidentrockenheit kann durch Milchsäurestäbchen (Bakterien zum Schleimhautaufbau), gebessert werden, aber auch durch Tampons, die mit Joghurt, Ringelblumensalbe (insbesondere bei kleinen Verletzungen) und Mandelöl getränkt sind. Günstig wirkt sich alles aus, was zur besseren Durchblutung des kleinen Beckens führt, z. B. wechselwarme Sitzbäder, Beckenbodengymnastik, sexuelle (Eigen-)Aktivität und Bewegung
durch Yoga, Tai Qi und Ähnliches.
Der Einsatz von Hormonen zur Vorbeugung von Wechseljahrsbeschwerden ist umstritten, da diese im Rahmen einer groß angelegten amerikanischen Studie gehäuft zu Krebs führten. Ob diese Risiken auch für pflanzliche Präparate mit hormonähnlicher Wirkung, z.B. aus der Traubensilberkerze oder dem Rotklee, gelten, ist unklar.