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Drogenkonsum Diese Heilpflanzen können bei der HIV-Infektion oder der HAART problematisch sein »

HanfWie wirken Heilpflanzen, Vitamine, Mineralien? Wie kann man sie bei Erkrankungen einsetzen? Bei der HIV-Infektion, bei Virushepatitis, bei anderen Erkrankungen? Welche Nebenwirkungen, welche Wechselwirkungen sind bekannt? Welche Pflanzen sollte man meiden?



Grüner Tee (Camellia thea, Camellia sinensis, Camellia theifera, Thea bohea, Thea viridis)

Der Grüne Tee (oder Grüntee) wird aus den Blättern der Teestrauchsorten Thea sinensis und Thea assamica gewonnen. Während die Blätter des schwarzen Tees fermentiert werden, werden die Blätter des grünen Tees nur kurz erhitzt, geröstet oder gedämpft. Dadurch bleiben die Inhaltsstoffe erhalten.

Wichtige Inhaltsstoffe sind das belebende Koffein und die gesundheitsfördernden Catechine, die für den bitteren Geschmack des Tees sorgen: Epicatechin (EC), Epicatechingallat (ECG), Epigallocatechin (EGC) und Epigallocatechingallat (EGCG).

Weitere Bestandteile sind Vitamine (A, B, C, B2, B12) und Mineralien (Kalium, Kalzium, Kupfer, Mangan, Magnesium Zink und Fluoride).

Grüner Tee oder andere koffeinhaltige Getränke steigern die Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit. In Kombination mit Glucose (Zucker) wirkt das belebende Getränk vermutlich besser als Koffein bzw. Glucose allein.

Epidemiologische Daten zeigen, dass Menschen, die Grünen Tee trinken, ein geringeres Risiko haben, an Herz-Kreislauferkrankungen wie Bluthochdruck, erhöhten Blutfetten und Herzinfarkt zu erkranken. Um die Blutfette zu senken und das "gute" HDL-Cholesterin zu steigern, sind vermutlich 10 oder mehr Tassen/Tag erforderlich. Hier sind entkoffeinierte Produkte sinnvoll. Laut Untersuchungen in China soll das Trinken von 120 - 600 ml Grünem Tee das Risiko von Bluthochdruck um fast die Hälfte reduzieren.

Nach epidemiologischen Studien soll Grüner Tee zur Verzögerung des Ausbruchs von Krebs beitragen. Ein vermindertes Risiko für Brust-, Blasen-, Speiseröhren- und Bauchspeicheldrüsenkrebs wird mit dem Grünen Tee in Verbindung gebracht. Theoretisch kann Epigallocathechin-3-O-gallat (EGCG) das Entstehen von Tumoren und Metastasen behindern oder zumindest hinauszögern. Klinische Studien zu diesem Thema laufen derzeit (Stand Januar 2007) in den USA.

Außerdem wirkt Grüner Tee günstig bei Magen-Darm Beschwerden, Erbrechen, Durchfall und Kopfschmerzen.

Koffein wirkt harntreibend bzw. nierenanregend.

Äußerlich wird Grüner Tee bei Sonnenbränden und als Kompresse bei Kopfschmerzen verwendet.

Anwendung
Eine belebende Wirkung hat der Tee, wenn man ihn 2 - 3 Minuten ziehen lässt. Nach 2 - 4 Minuten werden Gerbstoffe freigesetzt, die das Koffein binden. Der Tee wirkt nun beruhigend.

Eine Tasse Grüner Tee enthält 50 - 100 mg Koffein. Der entkoffeinierte Tee ist genauso effektiv, besitzt allerdings weniger Nebenwirkungen. Dafür sollten die Teeblätter kurz mit heißem Wasser übergossen werden und das im heißen Wasser gelöste Koffein verworfen werden. Die gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe sind noch enthalten, aber nur im zweiten Aufguss, nachdem man den ersten koffeinhaltigen Auf-guss verworfen hat.

In Asien sind 3 Tassen/Tag üblich, was 240 - 320 mg gesundheitsfördernder Polyphenole entspricht. Für eine geistige Leistungssteigerung sind 250 mg notwendig.

Vorsicht!

Toxische (giftige) Wirkungen werden nur bei sehr hohen Dosen beobachtet. Die meisten Nebenwirkungen sind dosisabhängig und werden durch das Koffein verursacht:

Die Einnahme von 6 Tassen koffeinhaltigem Tee über längere Zeit kann zur Gewöhnung führen. Durch Anregung des zentralen Nervensystems können Symptome wie Schwindel, Schlaflosigkeit, Erschöpfung, Erregung, Zittern, Ruhelosigkeit und Verwirrung auftauchen. Bei entkoffeiniertem Grünen Tee ist das Auftreten derartiger Effekte nicht zu erwarten.

Der regelmäßige Gebrauch von Grünem Tee scheint weder den Blutdruck noch den Puls zu erhöhen, auch nicht bei Patienten mit leichtem Bluthochdruck. 5 Tassen täglich über 7 Tage hatten keinen Einfluss auf den Blutdruck. Erhöhter Bluthochdruck wurde dagegen bei gezuckerten Getränken oder Diätcola beobachtet.

Die Blutzucker-Spiegel können geringfügig schwanken. Diabetespatienten sollten daher die entkoffeinierte Variante bevorzugen. Das gilt auch für Patienten mit einem Magengeschwür.

Koffein sollte bei eingeschränkter Leberfunktion oder Lebererkrankungen nur mit Vorsicht eingenommen werden. Auch bei eingeschränkter Nierenfunktion wird Koffein langsamer abgebaut.
Vorsicht! Info+ HIV-Patienten berichten über sinkende Blutspiegel von Proteasehemmern bei übermäßigem Genuss von bis zu 3 Litern Grünem Tee/Tag. Hierzu gibt leider keine Studie, sondern nur Einzelfallberichte. Zur Zeit wird aber an dem Transportmolekül P-Glycoprotein geforscht, das Medikamente aktiv aus der Zelle hinaustransportiert. Vermutlich steigert Epicatechin die Aktivität des P-Glycoproteins so stark, dass nur eine verminderte Menge des Proteasehemmers in die Zellen aufgenommen werden kann.

Eine andere Studie zeigt mit dem Catechin EGCG den gegenteiligen Effekt. Aufgrund dieser Unklarheiten ist Patienten mit einer HAART eher von allzu großen Mengen Grünem Tee abzuraten bzw. mit dem Arzt/der Ärztin zu sprechen, damit auf die Blutspiegel der HIV-Medikamente geachtet werden kann.

Weiterhin sollten beim Trinken großer Mengen Grünem Tee über einen längeren Zeitraum die Leberwerte beobachtet werden. Theoretisch können sich bei übermäßigem (!!!) Genuss die lebertoxischen Wirkungen des Grünen Tees mit den lebertoxi-schen Nebenwirkungen der HIV-Medikamente addieren.

Andere Bezeichnungen:
Camellia sinensis
Thea sinensis

Literatur

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