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Drogenkonsum Diese Heilpflanzen können bei der HIV-Infektion oder der HAART problematisch sein »

HanfWie wirken Heilpflanzen, Vitamine, Mineralien? Wie kann man sie bei Erkrankungen einsetzen? Bei der HIV-Infektion, bei Virushepatitis, bei anderen Erkrankungen? Welche Nebenwirkungen, welche Wechselwirkungen sind bekannt? Welche Pflanzen sollte man meiden?



Rotklee (Trifolium pratense)

Der Rotklee wächst zwischen den Gräsern auf Feldern und Wiesen und wird als Grünfutter verwendet. Für die Medizin ist Rotklee interessant, da er besonders reich an pflanzlichen Hormonen ist.
In erster Linie sind das die Isoflavonoide Genistein und Daidzein, die den weiblichen Hormonen (Östrogene) sehr ähnlich sind. Sie zeigen zwar eine schwächere Wirkung als die körpereigenen Östrogene, können aber bei verminderter Östrogenproduktion als Ergänzung dienen. Außerdem beugen sie hormonabhängige Krankheiten vor, z.B. dem Knochenschwund im Alter.
Weitere östrogenreiche Pflanzen sind Soja, Getreide und Hülsenfrüchte.

Anwendung
Phytoöstrogene werden bei Beschwerden in den Wechseljahren (der Frau!) wie z. B. Hitzewallungen, Schweißausbrüchen und Nervosität mit einer Dosis von 40 - 160 mg pro Tag Rotklee-Isoflavon-Extrakt eingesetzt.

Bei Regelschmerzen wird eine Dosis von 40 - 80 mg Rotklee-Isoflavon empfohlen.

Rotklee wird auch beim Prostatakarzinom (Prostata-Ca) zusätzlich zur Krebstherapie eingesetzt, wenn keine antihormonelle Therapie erforderlich ist. Erklärung: Die Phytooestrogene (pflanzliche Östrogene) wirken hier wie Anti-Testosterone (also dem männlichen Testosteron entgegenwirkend). Prostatakarzinome werden meist antihormonell behandelt. Da der Prostatakrebs in der Regel durch Testosteron im Wachstum gefördert wird, therapiert man mit Substanzen, die Testosteron ausschalten oder die Wirkung vermindern.

Rotklee wird generell gut vertragen.

Vorsicht!
Gelegentlich können allergische Reaktionen, Kopfschmerzen und Erbrechen auftreten.
Kritisch zu diskutieren ist, ob die östrogenartige Wirkung des Rotklees die Beschwerden bei einer Endometriose (eine hormonabhängige Wucherung von Gebärmutterschleimhaut v.a. außerhalb der Gebärmutter) verstärkt. Es ist anzunehmen, dass Dosen von 1 - 3 mg Isoflavone pro Tag in der Nahrung die Beschwerden bei einer Endometriose nicht erhöhen.
Auch die Einnahme von Rotkleetabletten mit 50 mg Isoflavonen am Tag über 3 Monate hat vermutlich keinen Effekt auf das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut (innerhalb der Gebärmutter, also da, wo die Schleimhaut hingehört, aber nach den Wechseljahren eigentlich an Substanz abnimmt) bei Frauen zwischen 45 - 53 Jahren.

Bei Wechseljahresbeschwerden des Mannes wird Rotklee NICHT eingesetzt: die Pflanze könnte die Beschwerden theoretisch sogar verstärken.

Rotklee wird intensiv über die Leber abgebaut und hemmt zahlreiche Leberenzyme. Jedoch sind bis heute keine Interaktionen (Wechselwirkungen) beim Menschen berichtet worden.

Bei gleichzeitiger Einnahme von anderen Medikamenten (z. B. Säureblocker, Schmerzmittel bei Rheuma und viele weitere Wirkstoffe) sollte stets auf die Nebenwirkungen geachtet werden, da Rotklee den Arzneimittelabbau potentiell hemmt.
Vorsicht! Info+
Auch HIV-Medikamente - insbesondere Protease-Hemmer und NNRTIs - können in ihrem Abbau durch Rotklee gehemmt werden. Dabei kann es zu verstärkten Nebenwirkungen der HAART kommen. Da die Datenlage bezüglich der Abbauwege des Rotklees und seiner Interaktionen (Wechselwirkungen) unzureichend ist, sollte die Einnahme von Rotklee mit dem HIV-Arzt/ der HIV-Ärztin abgesprochen werden, damit der Rotklee bei einer Beurteilung der Nebenwirkungen und bei der Beurteilung einer Bestimmung der Blutspiegel der Medikamente mit in den Überlegungen berücksichtigt werden kann.

Literatur

van de Weijer P, Barentsen R. Isoflavones from red clover (Promensil) significantly reduce menopausal hot flush symptoms compared with placebo. Maturitas 2002;42:187-93.

Nelsen J, Barrette E, Tsouronix C, et al. Red clover (Trifolium pratense) monograph: A clinical decision support tool. J Herb Pharmacother 2002;2:49-72. Atkinson C, Oosthuizen W, Scollen S, et al. Modest protective effects of isoflavones from a red clover-derived dietary supplement on cardiovascular disease risk factors in perimenopausal women, and evidence of an interaction with ApoE genotype in 49-65 year-old women. J Nutr 2004;134:1759-64. Horn-Ross PL, John EM, Canchola AJ, et al. Phytoestrogen intake and endometrial cancer risk. J Natl Cancer Inst 2003;95:1158-64.