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Drogenkonsum Diese Heilpflanzen können bei der HIV-Infektion oder der HAART problematisch sein »

HanfWie wirken Heilpflanzen, Vitamine, Mineralien? Wie kann man sie bei Erkrankungen einsetzen? Bei der HIV-Infektion, bei Virushepatitis, bei anderen Erkrankungen? Welche Nebenwirkungen, welche Wechselwirkungen sind bekannt? Welche Pflanzen sollte man meiden?



Ginkgo (Ginkgo biloba)

Ginkgo biloba ist eine sehr alte langlebige Baumart. Ein Baum kann bis zu 1000 Jahre alt werden. Die Blätter sind zweilappig und wie ein Farn geformt. Der Extrakt der Ginkgoblätter wird vermehrt bei Durchblutungsstörungen und Demenz eingesetzt und ist der am meisten verschriebene Pflanzenextrakt in Deutschland.

Nach bisherigen Erkenntnissen lassen sich folgende Wirkungen beschreiben:

Flavonglukoside im Ginkgo wirken als Radikalfänger: Nervenzellen, die bei Durchblutungsstörungen des Gehirns unter Sauerstoffmangel leiden, leben länger.

Bilobolid (Terpenpakton) wirkt stabilisierend auf die Kapillarmembranen (also auf die Wände der kleinsten Blutgefäße). Die Fließeigenschaft des Blutes verbessert sich. Erhöhte Mengen an Fibrinogen (trägt zur Blutgerinnung bei) werden gesenkt. Auch die weißen (Leukozyten) und roten (Erythrozyten) Blutplättchen klumpen nicht so leicht zusammen. Insgesamt kann dadurch die Durchblutung z.B. des Gehirns verbessert werden.

Ginkgolide wirken als Antagonist (Gegenspieler) des körpereigenen Stoffes PAF (Plättchen-aktivierender Faktor). Dadurch wird der Bildung von Blutgerinnseln entgegen gewirkt.

Anwendung
Ginkgo-Präparate können zusätzlich zur Behandlung der Demenz eingesetzt werden, da der Ginkgoextrakt die Nervenzellen schützt, den Energiestoffwechsel im Gehirn verbessert sowie wahrscheinlich einen Mangel an Neurotransmittern (Botenstoffen im Gehirn / Nervensystem) ausgleicht.

Die Tagesdosis beträgt 120 - 240 mg, verteilt auf 2 - 3 Einzelgaben.

Studien bei Demenz-Patienten zeigten, dass Ginkgo die Leistungsfähigkeit bei bereits vorhandener Demenz verbessern kann. Daher können Ginkgo-Präparate zur Behandlung der Demenz zu Lasten der gesetzlichen Krankenkasse verordnet werden (s. Kostenerstattung von Naturheilkunde).

Wie es mit dem Einsatz von Gingko bei noch nicht eingetretener Demenz aussieht, darüber gibt es noch keine aussagekräftigen Daten. Daher übernehmen für diese Indikation übernimmt die Krankenkasse die Kosten nicht.
Auch bei altersbedingtem Gedächtnisverlust nicht-dementer Patienten verbesserte sich die kognitive Funktion der älteren Menschen wie z. B. das Kurzzeitgedächtnis oder die Schnelligkeit von kognitiven Prozessen. Bei über 60-ig Jährigen mit normal mentalen Funktionen wurde allerdings keine Verbesserung festgestellt. Zur Zeit läuft in den USA zu diesem Thema eine Studie mit 3000 nicht-dementen Senioren.

Ginkgo-Präparate werden außerdem bei der Schaufensterkrankheit genutzt - eine Durchblutungsstörung der Beine. Die Patienten müssen beim Gehen immer wieder stehen bleiben, damit die Beine wieder ausreichend durchblutet werden können. Ginkgo soll hier die Durchblutung auch in den Beinen verbessern (auch für diese und die folgenden Indikationen werden die Kosten durch die gesetzliche Krankenkasse nicht übernommen).

Weiterhin wird Ginkgo zur Behandlung von Schwindel empfohlen (keine Kostenerstattung durch Krankenkasse), da kleinste Gefäße durch Ginkgo besser durchblutet werden. Diese Wirkung wird auch bei Kopfschmerzen, Tinnitus, Gleichgewichtsstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, sexuellen Funktionsstörungen und Gehörproblemen genutzt. Ob Ginkgo-Präparate Tinnitus lindern, ist jedoch unklar. Die bisher durchgeführten Studien führten zu unterschiedlichen Ergebnissen und nur wenige Studien bestätigten die Wirksamkeit.

Äußerlich werden Ginkgoblätter genutzt, um Frostbeulen an den Fingern, Zehen, Fersen, Ohren und an der Nase zu waschen.

In Wundverbänden soll Ginkgo die Blutzirkulation in der Haut verbessern.

Vorsicht! Das Blutungsrisiko wird durch zusätzliche Einnahme von Aspirin, Plavix, Fragmin, Heparin, Indomethazin, Ibuprofen oder bei Menschen mit Blutungsneigung erhöht (da ja auch der Gingko die Blutgerinnung hemmt).

Die Wirkung von Omeprazol (Medikament zum Blocken der Magensäureproduktion) kann mit Ginkgo vermindert werden. Der Magensäureblocker (wird bei Gastritis oder Magengeschwüren eingesetzt) wirkt dann weniger gut.
Vorsicht! Info+ Ginkgo wird intensiv über die Leber abgebaut. Reagenzglasuntersuchungen zeigen, dass Ginkgo die medikamentenabbauenden Leberenzyme hemmt.
Deswegen sollte man vorsichtig sein, dass es zu keinem Anstieg der Blutspiegel der Medikamente kommt. Aber Untersuchungen am Menschen lassen eher einen aktivierenden Effekt vermuten, so dass Proteaseinhibitoren und NNRTIs (HIV-Medikamentenklassen) schneller abgebaut werden. Es können also Spiegelschwankungen der HIV-Medikamente auftreten. Der gleichzeitigem Einsatz von Gingko und Proteaseinhibitoren oder NNRTIs sollte mit dem HIV-Arzt / der HIV-Ärztin abgesprochen werden. Dann kann die Einahme von Gingko bei einer Beurteilung der der Blutspiegel der HIV-Medikamente berücksichtigt werden.

Mittlerweile ist ein Fall bekannt, bei dem die Einnahme von Gingko-Präparaten zu einer Senkung der Konzentration des NNRTI Efavirenz (mit Therapieversagen) geführt hat.

Patienten mit wenig Thrombozyten oder die Retrovir einnehmen, sollten mit Ginkgo-Präparaten vorsichtig sein. Die Blutungsneigung könnte erhöht sein.

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