Der indische Maulbeerbaum (Morinda citrifolia) besser bekannt als Noni-Pflanze stammt aus Australien. Die Pflanze hat sich über den Indischen Ozean bis hin zur polynesischen Inselwelt verbreitet. Der Name "Noni" kommt aus Hawaii, wohin die Pflanze von polynesischen Seeleuten vor 2000 Jahren transportiert wurde.
Anwendung Die Noni-Pflanze gilt in der Medizin der Südsee und Südostasiens schon seit langem als universelles Heilmittel zur Minderung zahlreicher Beschwerden. Es fehlen jedoch eindeutige wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit. Auch die Aussagen zu den Wirk- und Inhaltsstoffen sind zweifelhaft: Die in der Werbung angepriesenen, scheinbar wirksamen Inhaltsstoffe Proxeronin und Xeronin sind in der medizinischen Literatur unbekannt und chemisch nicht identifiziert.
Noni-Saft Produkte werden seit 1990 in den USA vertrieben. Seitdem sind eine Reihe von Reagenzglasstudien und Tierversuchen gelaufen, die auch potentiell positive Effekte zeigten. Insbesondere wird bestimmten Inhaltsstoffen der Noni-Frucht eine krebshemmende Wirkung nachgesagt. Die Studienaussagen sind aber nicht eindeutig und basieren auf Tierversuchen. Klinische Daten gibt es nicht.
Noni-Saft wird beworben, Schmerzen zu lindern und bei Krankheiten wie Diabetes, Schlaganfall, Depressionen, Allergien, Verdauungsprobleme, HIV-Infektion und Krebs zu wirken. Alle diese Indikationen sind umstritten, da eine Wirkung nicht nachgewiesen werden konnte.
Damit fehlt die rechtliche Grundlage, Noni-Produkte als ein Arzneimittel zuzulassen. 2001 wurden Noni-Produkte aufgrund der nicht nachgewiesenen Wirksamkeit zunächst verboten. 2003 erteilte die EU die Zulassung für Noni-Saft als neuartiges Lebensmittel ("novel food"). Hierzu ist ein Nachweis einer gesundheitlichen Unbedenklichkeit erforderlich. Es dürfen aber keine gesundheits- oder krankheitsbezogenen Aussagen oder Versprechungen beworben werden. Auch die amerikanische FDA verweigerte Noni-Produkten eine Zulassung als Arzneimittel.