Besonders der indische Flohsamen (Samen des Indischen Wegerichs) wird als pflanzliches Heilmittel zur Regulierung der Darmtätigkeit genutzt. Die Flohsamenschalen enthalten Schleimstoffe, die durch Wasser aufquellen. Bei Durchfall wirkt dies festigend auf den Stuhl, weil ihm Wasser entzogen wird. Bei Verstopfung (in diesem Fall muss Flohsamen mit genügend Wasser eingenommen werden) fördert das durchs Aufquellen erhöhte Volumen die Darmtätigkeit und macht den Stuhl weicher (die Wirkung tritt allerdings erst nach 12-24 Stunden ein, der maximale Effekt wird nach 2- bis 3-tägiger Einnahme erreicht). Darüber hinaus ist in der Schale ein abführend wirkendes Glykosid enthalten, dem auch leberschützende Wirkung zugeschrieben wird; Flohsamen senkt außerdem den Cholesterinspiegel leicht (vor allem beim ungünstigen LDL) und hemmt die Aufnahme von Zucker.
Anwendung Eingesetzt wird Flohsamen bei häufiger Verstopfung, Erkrankungen, bei denen weicher Stuhl wünschenswert ist (z. B. Analfissuren, Hämorrhoiden),
bei Fettstoffwechselstörungen (Hypercholesterinämie)
sowie bei Reizdarm und Durchfall.
Meist nimmt man bis zu 3-mal täglich 5-10 g ein (in etwa 100
ml Wasser vorquellen lassen, dann mindestens 200 ml
nachtrinken, Tagesdosis bis etwa 20 g).
Nicht anwenden bei Darmverschluss, Verengungen der Speiseröhre oder des Magen-Darm-Kanals, bei Schluckbeschwerden oder akuten Entzündungen von Speiseröhre, Magen oder Darm sowie bei Einnahme von Medikamenten, welche die Darmtätigkeit hemmen (z. B. Opiumtinktur).
Diabetiker sollten bei Einnahme von Flohsamen den Blutzuckerspiegel kontrollieren, da die verzögerte Aufnahme von Kohlehydraten den Insulinbedarf vermindern kann (bei gleich bleibender Insulindosierung besteht die Gefahr der Unterzuckerung).
Der Langzeitgebrauch von Flohsamen zusammen mit Nahrungsergänzungsmitteln wie z.B. Vitaminen und Mineralien kann die Absorption von Calicum, Eisen, Zink und Vitamin B12 vermindern. Diese Nahrungsergänzungsmittel sollten deshalb 1h vor und 4h nach der Einnahme von Flohsamen eingenommen werden.
Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten (mindestens 2-3 l am Tag). Wie bei anderen Quellstoffen auch empfiehlt es sich, einen Abstand von mindestens 2 Stunden zur Einnahme anderer Medikamente (z.B. HAART, Antibiotika) einzuhalten, damit deren Aufnahme nicht durch die Quellstoffe beeinträchtigt wird.
Andere Bezeichnungen:
Heusamen